Melchior – die Uhrgestalt als Roboter

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In einer Zeit voller Bits und Bytes ist es herrlich Dingen zu begegnen, die völlig analog funktionieren aber mit der Präzision unserer digitalen Welt  schritthalten.

Melchior

Kenner wissen seit langem, dass MB&F – Konzeptlabor als Konzeptlabor wahre Schätze konstruiert. Die neueste Kreation hört auf den Namen Melchior. Er ist mit seinen breiten Schultern mit hellroten Schulterpolstern aus eloxiertem Aluminum, seinen starken Metallarmen und –beinen und seiner lebhaften Persönlichkeit, die von einem animierten Gehirn und blinkenden Augen betont wird, immer zum Spielen mit seinen Freunden bereit. Er hält zudem stets ein kleines Waffenarsenal parat, für den Fall, dass plötzlich ein paar Bösewichte auftauchen und die Party verderben wollen!

Melchior ist verspielt aber kein Spielzeug

Der Schlüssel wird an Melchiors Ellbogengelenk befestigt und von einem kleinen Magneten gehalten. Der ist genauso stark, dass der Schlüssel nicht herunterfällt, aber auch das Uhrwerk nicht negativ beeinflusst wird. Der doppelt tiefe Vierkantschlüssel passt exakt auf die beiden Stifte; mit dem einen wird das Federhaus aufgezogen und mit dem anderen die Uhrzeit eingestellt.

Um das Design von MB&F perfekt umzusetzen, investierte L’Epée 1839 viel Zeit und Arbeit in die Entwicklung der einzelnen Komponenten, sorgfältig wurde das für die jeweilige Anforderung perfekte Material ausgewählt. Wo Präzision zu einem kritischen Thema wurde – zum Beispiel beim Raketenwerfer oder bei Melchiors beweglichen Teilen –, wählte man Messing. Die Rüstung hingegen besteht aus Edelstahl, robust genug, um gegnerischen Angriffen zu widerstehen.

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Schließlich soll der Roboter aber auch gut aussehen, weshalb sich L’Epée 1839 enorme Mühe beim Finish gegeben hat. Bei der Oberflächenbearbeitung wurde angliert, hochglanzpoliert, satiniert und sandgestrahlt – es wurden alle nur denkbare Verfahren angewandt. „L’Epée 1839 ist ein erstaunliches Unternehmen, es macht viel Spaß, mit den Menschen dort zu arbeiten“, sagt Maximilian Büsser. „Sie geben niemals auf, egal wie speziell oder herausfordernd die Gestaltungsvorgaben sind.“ Die Wertschätzung beruht auf Gegenseitigkeit, wie Arnaud Nicolas, CEO von L’Epée 1839, betont: „Melchior gemeinsam mit MB&F auf die Beine zu stellen, war für uns schon ein Hammer. Schließlich ist Melchior nicht einfach eine Tischuhr, sondern eine bewegliche Skulptur für das ewige Kind im Mann. Dabei zeichnet sich Melchior durch viele interessante Details aus, diese herauszuarbeiten, das lieben wir. Für uns war es eine reizvolle technische Herausforderung.“

Für alle Uhrwerk-Nerds noch ein paar Details:

Für den Bau von Melchiors Uhrwerk entwickelte L’Epée 1839 eine komplett neue skelettierte Hauptplatine aus palladiumbeschichteten Messing, die von der Uhrwerksmechanik aus dem gleichen Material umschlossen wird.

Für eine gute Ablesbarkeit der Zeit entwickelte L’Epée 1839 eine langsam springende Stundenanzeige. Diese Komplikation wurde im eigenen Haus entwickelt. Die Anzeige verharrt 55 Minuten lang, dann dauert es fünf Minuten, bis die neue Stunde angezeigt wird, wodurch der Stundenwechsel auf geschmeidige und fast unbemerkte Weise stattfindet.

Das Regulierungssystem ist mit einer Incabloc-Stoßsicherung ausgestattet, um das Beschädigungsrisiko beim Transport der Uhr zu minimieren. Diese Art von Stoßsicherung ist eine Besonderheit bei Tischuhren, sie wird eigentlich nur bei Armbanduhren eingesetzt. Tatsächlich entspricht Melchiors Uhrwerk in weiten Teilen der Mechanik, die auch in einer Armbanduhr arbeitet: Räderwerk, Federhaus (hier gleich fünf in Serie geschaltete Federhäuser), Unruh, Anker und Ankerrad – nur sind die Bauteile eben deutlich größer.

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Die Oberflächen des Uhrwerks sind ebenso fein vollendet wie die bei einer Armbanduhr – mit Genfer Streifen, gebrochenen Kanten, Polituren, kreisförmigen und linearen Satinierungen sowie sandgestrahlten Flächen. Dabei ist die Finissierung bei großen Uhrwerkskomponenten deutlich anspruchsvoller als bei kleinen, schließlich treten auf den großen Oberflächen Unregelmäßigkeiten viel deutlicher hervor.

L’Epées Firmenchef, Arnaud Nicolas, erklärt das so: „Es ist nicht so, dass man für ein doppelt so großes Teil einfach doppelt so lange braucht. Die Schwierigkeit steigt exponentiell. So muss man beim Polieren zwar mit genau demselben Druck arbeiten wie bei Komponenten von Armbanduhren, doch muss er eben über eine viel größere Fläche konstant gehalten werden. Auch nur die kleinste Abweichung ist sofort sichtbar, deshalb sind hier geschulte und sichere Hände erforderlich, die gleichmäßigen Druck ausüben.

Warum Melchior?

In Romanen tragen Roboter meist Namen, die wie Abkürzungen oder Referenznummern klingen – man denke nur an HAL 9000, C-3PO oder K-9. Doch Max Büsser war fest entschlossen, seinen Roboter auf den Namen Melchior zu taufen.

Seine Erklärung: „In der Familie Büsser gab es seit dem Jahr 1400 über fünf Jahrhunderte hinweg die Tradition, den Erstgeborenen auf die Namen Melchior oder Balthasar zu taufen, immer abwechselnd. Mein Großvater wurde Melchior genannt. Aber weil er diesen Namen so hasste, forderte er alle auf, ihn nur Max zu nennen. Das ist auch der Grund, warum ich Max heiße. Mein Großvater fand diese Melchior-Balthasar-Nummer so furchtbar, dass er diese 500 Jahre Tradition beendete, indem er meinen Vater Mario nannte. Jetzt, ein ganzes Jahrhundert später, verliebte ich mich in den Namen Melchior.“

Wer den kleinen Melchior Standuhr käuflich erwerben will, sollte sich beeilen – er wurde in einer Auflage von 99 Stück hergestellt.

 

Bildquelle: MB&F

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