Jeder der sie einmal zwischen den Beinen gespürt hat und sich beim Versuch sie anzukicken nicht das Schienbein brach oder zumindest blaue Flecken bekam, wird das Gefühl nie wieder vergessen. Die Yamaha SR500 ist der Inbegriff des puristischen Motorradfahrens.

Yamaha
Foto: Michael Ahnemann

Die kultige Ampelkönigin

Bereits seit 1978 ist der leistungsstarke Einzylinder-Viertakter mit verhältnismäßig viel Leistung bei niedrigen Drehzahlen auf den Straßen unterwegs. Als Kurzhuber mit 500ccm und 27 bzw. 34 PS ausgestattet, liegt die Höchstgeschwindigkeit der SR bei 135km/h.

Den Kultstatus erlangte die SR500 bereits mit der ersten Auslieferung. Während der Trend in den 70er zu leistungsstarken Vierzylinder Motorräder ging, bestach die SR durch starken Schub, speziell in den unteren Drehzahlen. Dies brachte regelmäßig Motorradfahrer mit deutlich mehr PS und ccm zur „raserei“. Nicht umsonst ist die SR500 auch bekannt als „Ampelkönig“ oder „Thumper“, was zu Deutsch so viel heißt wie „Dampfhammer“.

Yamaha
Foto: Michael Ahnemann

Im ewigen Retro-Design

Angelehnt an dem klassischen Stil englischer Motorräder wie Triumph und BSA aus den 60er und 70er Jahren, kam 1978 der großvolumige Einzylinder aus Japan. Aus heutiger Sicht ist die SR500 ein klares Retro-Design. Inwieweit Yamaha dies bereits in den 70er bedacht hatte ist fraglich, zumindest das Basismodell enthielt zeitgemäße Details wie Scheibenbremsen und Gussräder. In der späteren Modellüberarbeitung verzichtete Yamaha auf diese Details und ging zurück auf Speichenräder und Trommelbremsen. Somit kann man annehmen, dass die jüngeren Modelle tatsächlich als erste Retro-Motorräder konzipiert waren.

Die große Beliebtheit der SR500 geht, neben dem starken Design, sicherlich auch auf die einfache Technik und die Robustheit zurück. Hier konnte und kann noch selbst Hand angelegt werden. Ventile einstellen, Motorkopfdichtung wechseln oder gar den Motor zerlegen ist mit ein wenig Geschickt durchaus möglich. Diese Eigenschaften führten dazu, dass es bis heute zahlreiche Fan-Clubs auf der ganzen Welt gibt. Googelt man die SR500 findet man die „heißesten“ Umbauten, vom Cafe Racer, Bobber, Chopper bis hin zum Scrambler ist alles vorhanden. Selbstredend, dass es hierfür auch eigene Wettbewerbe gibt.

Yamaha Motorrad
Foto: Michael Ahnemann

Die neue, kleine Yamaha

Die schlichte Eleganz, gepaart mit Schub und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis ließ die SR in kurzer Zeit zum Verkaufsschlager werden. Nicht zuletzt führten diese Tugenden dazu, dass sie in Deutschland zum meistverkauften Motorrad wurde und seiner Linie über 30 Jahre lang fast baugleich treu war. Aufgrund der großen weltweiten Nachfrage wurde das Kultobjekt 2014 wieder ins Programm genommen. Allerdings besitzt die „neue“ SR nur noch 400ccm.

Der Gast-Autor Michael Ahnemann ist großer Liebhaber der SR500 und seit 1992 auf seiner „Marie“ in ganz Europa unterwegs. Neben motorradfahren und Musik interessiert er sich für Windsurfen, Tennis und Golf. Mit seiner Familie lebt er vor den Toren Bremens in idyllischer Umgebung. Als Familienmensch verbringt er viel Zeit mit seinen Kindern, die ihm einen wertvollen Ausgleich zum Management-Business geben.




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